gestatten ultramild!




...ultramild?

Ein neuer Weichspüler?
Eine neue Zigarettenmarke?
Eine neue Partei?
Ein neues Shampoo?

Ultramild ist in erster Linie Musik. Schöne Musik. Viele Titel des Repertoires scheinen dem geneigten Hörer bekannt, jedoch irritieren ihn immer wieder die Texte, denn bei Ultramild wird mehrsprachig gesungen, nacheinander wohlgemerkt.
Auch die Arrangements sind ungewohnt, denn die bezaubernde Stimme von  Nina Nadiz wird, durch die Flöte von Thomas Hahn und die Melodiegitarre von Norbert Endlich, in einer Weise umspielt, die Adorno von seiner Unterscheidung in E- und U-Musik hätte absehen lassen. Das Schöne lässt sich nicht durch das Wahre ersetzen, denn das Schöne ist wahr und darum auch "Ultra"[sic]-populär!
Thomas Newiger an der Schlaggitarre, Steffen Grasse am Elektro-Bass sowie Ryszard Sroka am Schlagwerk verleihen der Musik eine rhythmische "Milde", die man bei der heutigen Popularmusik so vermisst. Stilistisch machen Ultramild keine Gefangenen: Bossa Nova, Easy Listening, Jazz Standards und das DDR-Sandmännchen ergeben allabendlich einen Melodienstrauß, den so noch kein Florist zusammengestellt hat.


Gerhard Saitenbacher
 
 
 
 

 
 
 
ultramild 2016